Forschungsschwerpunkte & Kooperationen der AG Scheibenbogen

An dieser Stelle erhalten Sie einen Überblick über die laufenden Forschungsprojekte und die jeweiligen Kooperationen.

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Chronisches Fatigue Syndrom (CFS)

CFS ist eine chronische oft schwer verlaufende Erkrankung, die neben der schweren Erschöpfung mit variabel ausgeprägten körperlichen und mentalen Symptomen einhergeht.

Bei der Mehrzahl der Patienten beginnt die Erkrankung mit den Symptomen einer Infektionskrankheit.
Gerade in Deutschland ist CFS wenig bekannt und wird bei vielen Betroffenen nicht diagnostiziert, obwohl es eine relativ häufige Erkrankung ist. Es gibt bislang keinen diagnostischen Marker und keine zugelassenen Medikamente. Jedoch kann auch eine symptomorientierte Behandlung zur Besserung der Beschwerden führen.
Viele Patienten mit CFS leiden auch an häufigen und schwer verlaufenden Infekten und bei ca. 25%  besteht ein Immunglobulinmangel.

Projekt: Entwicklung Peptid-basierter Assays zum Nachweis EBV-spezifischer Gedächtnis B-Zellen beim CFS

Ziel des, durch das Berliner Unternehmen JPT Peptide Technologies GmbH und der Arbeitsgruppe von Prof. Carmen Scheibenbogen des Instituts für Medizinische Immunologie der Charité, bearbeiteten Projektes ist es, auf der Basis der gestörten Immunantwort gegen EBV diagnostische Tests zu entwickeln, die es ermöglichen, CFS gegenüber gesunden Patienten oder anderen Krankheiten, insbesondere Depression, abzugrenzen. 

In dem beantragten Projekt soll der B-Zell-ELISpot als diagnostischer Test zum Nachweis spezifischer EBV-Gedächtnis-B-Zellen unter Verwendung von Peptiden entwickelt werden.
Zum anderen soll eine durchflusszytometrische Nachweismethode für EBV-Gedächtnis-B-Zellen mittels fluoreszenzmarkierter Peptide in Analogie zur T-Zell-Tetramer Technologie etabliert werden.

Dieses Projekt wird finanziell unterstützt durch die Förderung der Europäische Union ''Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)'' des Programms ''Investition in Ihre Zukunft'.

Projekt: Entwicklung diagnostischer Tests zum Nachweis krankheitsspezifischer Autoantikörper gegen Acetylcholin-Rezeptoren

In den vergangenen Jahren wurden bei einer Reihe von Krankheiten Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR) nachgewiesen. 
Wir konnten erstmals ß-adrenerge und muskarine Acetylcholinrezeptor (M AchR)-Autoantikörper bei ca. 30% der Patienten mit CFS nachweisen.
Bisherige funktionelle Tests eignen sich aufgrund fehlender Standardisierbarkeit jedoch nicht als klinisch diagnostischer Test. Protein-basierte ELISAs für GPCR-Autoantikörper sind verfügbar, haben jedoch eine geringere Sensitivität als funktionelle Assays.
In diesem Projekt möchten wir sensitivere und spezifischere diagnostische Tests für den Nachweis von M AchR-Antikörper entwickeln.

Das Projekt wird finanziell gefördert durch den BIH Technology Transfer Fund - Pharma.

Projekt: European Network on ME/CFS

Im Rahmen des 2015 gegründeten Europäischen Netzwerkes zu CFS EUROMENE beschäftigen wir uns mit der Erhebung von Daten zu Biomarkern bei CFS.

Ausführlichere Informationen zum Projekt im Allgemeinen erhalten Sie über folgenden Link:
European Network on Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (EUROMENE).

Aktuelle klinische Studien zu CFS

  • Immunadsorption bei Patienten mit Autoantikörpern gegen ß-adrenerge Rezeptoren, unterstützt durch die Fa. Fresenius Medical Care
  • HyQvia bei Patienten mit Immunglobulinmangel, häufigen Infekten und CFS, unterstützt durch die Fa. Baxalta

Tumor-assoziierte Fatigue

Fatigue zählt zu einem der häufigsten und belastendsten Symptome einer Krebserkrankung.
Bis zu 30% der Patienten leiden auch 1 Jahr nach der Behandlung und viele dauerhaft unter schwerer Fatigue.

Studien zeigen, dass Fatigue auch mit einer kürzeren Lebenserwartung korreliert. Dennoch fehlt es bislang oft an einer der Schwere der Fatigue-Erkrankung zugeschnittenen Diagnostik und Behandlung der Patienten. Die Genese der Tumor-assoziierten Fatigue war lange Zeit kaum verstanden und wurde in der Auswirkung für das Befinden der Patienten oft unterschätzt.
Bisherige Forschungsergebnisse sprechen für ein multifaktorielles Geschehen bei dem immunologische, genetische, neuroregulative und Verhaltens-assoziierte Faktoren eine Rolle spielen.

Projekt: Diagnostik der Tumor-assoziierten Fatigue

Im Rahmen dieses Projektes, welches in enger Kooperation mit PD Dr. Anne Letsch, Hämatologie/Onkologie, CBF  läuft, wird jeweils eine Fatiguesprechstunde an den Campi Benjamin Franklin (CBF) sowie Charité Virchow (CVK) angeboten. Zusätzlich wird ein Netzwerk an therapeutischen Versorgungsstrukturen in Berlin aufgebaut. Begleitend wird die Eignung immunologischer Marker für die Diagnostik von Tumorfatigue untersucht.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit und mit finanzieller Unterstützung der Berliner Krebsgesellschaft durchgeführt.

FOXO3

Der Transkriptionsfaktor FOXO3 reguliert eine Vielzahl zellulärer Prozesse wie Zellzyklus, Apoptose, oxidativer Stress, DNA Reparatur, Angiogenese aber auch die Immunantwort. Varianten/Single nucleotide Polymorphismen (SNPs) im FOXO3 beeinflussen den Verlauf von Entzündungen und Infektionen.
Obwohl FOXO3 von allen Zellen des Immunsystems exprimiert wird, ist seine Rolle in der Regulation der Immunantwort noch wenig erforscht. Foxo3 gilt auch als Langlebigkeitsgen, Varianten/SSNPs in FOXO3 sind assoziiert mit Langlebigkeit und einer geringeren Prävalenz von Herz-Kreislauf Erkrankungen.

Projekt: Charakterisierung der Kardioprotektion und Immunmodulation durch FOXO3

In einem, durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördertem Projekt, untersuchen wir gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von PD Dr. Carsten Skurk, Klinik für Kardiologie und Pulmologie CBF, die immunmodulatorische und kardioprotektive Rolle von FOXO3 in der inflammatorischen dilatativen Myokarditis (DCMi) und dem akuten Myokardinfarkt.

Desweiteren wird die Beeinflußung der FOXO3-Funktion durch Medikamente untersucht.

Primäre und sekundäre Immundefekte

Wir diagnostizieren und betreuen in unserer Immundefekt-Ambulanz erwachsene Patienten mit Immundefekterkrankungen. Häufige, hartnäckige oder ungewöhnliche Infekte sind ein Hinweis auf einen Immundefekt. Dabei kann oftmals auch nur die Abwehr für einzelne Infektionserreger betroffen sein. Inzwischen kennt man mehr als 500 Immundefekterkrankung, bei etwa 2/3 ist auch der genetische Defekt bereits charakterisiert. Man geht davon aus, dass mit Hilfe moderner Technologien in 10 Jahren weitere 1000 Immundefekterkrankungen charakterisiert sein werden.

In Kooperation mit dem Institut für Medizinische Genetik der Charité (Prof. Mundlos, Prof. Robinson,  Dr. Zemojtel) versuchen wir mittels Next Generation Sequencing (NGS) bereits bekannte und neue genetische Defekte aufzuklären.

Desweiteren beschäftigen wir uns mit der Charakterisierung und Entwicklung funktioneller Tests für Immundefekterkrankungen bei primären und sekundären Immundefekten in Zusammenarbeit mit PD Dr. Il-Kang Na, Hämatologie/Onkologie, CVK.

Projekt: Analyse der B-Zell Funktion bei Patienten mit CVID mittels Durchflusszytometrie und in vitro ELISpot

B-Zell ELISPOT und Durchflusszytometrie im Labor der AG Scheibenbogen

Das Variable Immundefekt Syndrom (CVID) ist die häufigste primäre Immundefekterkrankung in westlichen Ländern. Die Erkrankung ist charakterisiert durch verminderte Immunglobuline und häufige schwere Atemwegsinfekte, aber auch Autoimmunerkrankungen. Die Therapie umfasst, neben antibiotischer Behandlung, die Gabe von Immunglobulinen. Molekular ist CVID eine sehr heterogene Krankheitsgruppe und umfasst alle Störungen der B-Zelldifferenzierung, die zu einem Defekt des klassengewechselten B-Zell-Gedächtnisses oder der Bildung von Plasmazellen führen. 

In diesem Projekt werden, in Zusammenarbeit mit Prof. Horst von Bernuth, Immundefektanbulanz der Kinderklinik, CVK, Gedächtnis B-Zellen von CVID Patienten phänotypisch charakterisiert und B-Zell-Differenzierungsstörungen in vitro mittels ELISpot-Assay analysiert. Diese widerum werden mit den klinischen und Labordaten der Patienten verglichen, um einen diagnostisch prognostischen Test entwickeln zu können.

Projekt: zelluläre und humorale Immunantwort durch Impfung bei Patienten mit CVID und unklassifizierter Antikörperdefizienz

Verschiedene Impfungen sind bei Patienten mit CVID empfohlen obwohl deren Wirksamkeit nur unzureichend untersucht ist.

In diesem Projekt führen wir eine Analyse der B-und T-Zellantwort gegen verschiedene Impfstoffe durch. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die meisten Patienten mit CVID eine zelluläre Antwort gegen Influenza aufbauen und somit von einer Impfung profitieren.


In einem weiteren Projekt untersuchen wir die mit Impfantwort gegen Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff.
Dieses Projekt wird finanziell unterstützt durch die Firma CLS Behring.

T-Zell-Monitoring

Entwicklung und Standardisierung von T- NK- und B-Zellassays: ELISPOT-Assay, funktionelle Multiparameter-Durchflußzytometrie (Zytokine, Apoptose, Degranulation, Migration).